Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Bund Deutscher MĂ€del
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Der Bund Deutscher MĂ€del (BDM), Vollbezeichnung Bund Deutscher MĂ€del in der Hitler-Jugendcite-ref-1[1], war in der Zeit des Nationalsozialismus der weibliche Zweig der Hitlerjugend (HJ). Darin waren im Sinne der totalitĂ€ren Ziele des NS-Regimes die MĂ€dchen im Alter von 14 bis 18 Jahrencite-ref-2[2] organisiert. Außerdem gab es in der Hitlerjugend den JungmĂ€delbund (JM) fĂŒr 10- bis 14-jĂ€hrige MĂ€dchen.cite-ref-3[3] Diese Gruppen wurden im einfachen Sprachgebrauch auch „KĂŒkengruppen“ genannt.cite-ref-4[4]

Aufgrund der ab 1936 gesetzlich geregelten Pflichtmitgliedschaft aller weiblichen Jugendlichen, sofern sie nicht aus „rassischen GrĂŒnden“ ausgeschlossen waren, bildete der BDM die damals zahlenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte weibliche Jugendorganisation der Welt mit 4,5 Millionen Mitgliedern im Jahr 1944.

Contents

‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Entstehung und Entwicklung

AnfÀnge in der Weimarer Republik

Schon 1923 entstanden innerhalb der NSDAP die ersten „MĂ€dchenschaften“, auch als „Schwesternschaften der Hitler-Jugend“ bezeichnet. Diese Gruppen hatten aber noch wenige Mitglieder und wurden erst im Juni 1930 zum Bund Deutscher MĂ€del zusammengeschlossen. Die bis 1931 auf 1711 Mitglieder angewachsene Organisation wurde im selben Jahr unter BundesfĂŒhrerin Elisabeth Greiff-Walden in die Hitlerjugend eingegliedert.

Die ersten GrĂŒndungen von Ortsgruppen des BDM, des Nationalsozialistischen SchĂŒlerinnenbundes (NSS) und der JungmĂ€dchengruppen der NS-Frauenschaft fallen in die Jahre 1930/1931. Die Ortsgruppe Berlin wurde im Februar 1930 gegrĂŒndet, eine BDM-Gruppe in Danzig im Juli 1931. ZunĂ€chst noch verboten war die im Dezember 1930 gebildete Ortsgruppe Achern des badischen NSS.

Erzwungener Mitgliederzuwachs ab 1933

Der am 17. Juni 1933 zum ReichsjugendfĂŒhrer ernannte Baldur von Schirach erließ sogleich Verordnungen, die die bis dahin bestehenden, konkurrierenden JugendverbĂ€nde auflösten oder verboten. Durch die Zwangseingliederung dieser Jugendgruppen – soweit sie sich nicht selbst auflösten, um sich dem Zugriff der Nationalsozialisten zu entziehen – erfuhren HJ und BDM einen großen Mitgliederzuwachs. Noch nicht gleichgeschaltete Jugendgruppen (aufgrund des Reichskonkordates betraf das ausschließlich die katholische Jugendarbeit) waren oft Schikanen mit dem Ziel der erzwungenen Eingliederung in die nationalsozialistischen JugendverbĂ€nde ausgesetzt. Mit dem „Gesetz ĂŒber die Hitlerjugend“ vom 1. Dezember 1936 wurden alle Jugendlichen des Deutschen Reichs zur Mitgliedschaft in HJ oder BDM zwangsverpflichtet.

Leitbilder nach Art des Regimes

AnlĂ€sslich einer Rede auf dem Frauenkongress 1935 in NĂŒrnberg erklĂ€rte Hitler:

„Die Gleichberechtigung der Frau besteht darin, daß sie in den ihr von der Natur bestimmten Lebensgebieten jene HochschĂ€tzung erfĂ€hrt, die ihr zukommt [
] Auch die deutsche Frau hat ihr Schlachtfeld: Mit jedem Kinde, das sie der Nation zur Welt bringt, kĂ€mpft sie ihren Kampf fĂŒr die Nation.“cite-ref-5[5]

Die BDM-Reichsreferentin Jutta RĂŒdiger erklĂ€rte schriftlich fĂŒr ihren ZustĂ€ndigkeitsbereich im ersten Kriegsjahr 1939:

„Die Jungen werden zu politischen Soldaten und die MĂ€del zu starken und tapferen Frauen erzogen, die diesen politischen Soldaten Kameraden sein sollen – und unsere nationalsozialistische Weltanschauung spĂ€ter in ihrer Familie als Frauen und MĂŒtter leben und gestalten – und so wieder großziehen eine Generation der HĂ€rte und des Stolzes. Wir wollen darum bewußt politische MĂ€del formen. Das bedeutet nicht: Frauen die spĂ€ter in Parlamenten debattieren und diskutieren, sondern MĂ€del und Frauen, die um die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes wissen und dementsprechend handeln.“cite-ref-6[6]

Bereits 1934 stand in dem offiziellen Publikationsorgan MĂ€del im Dienst zu lesen, dass die 10- bis 14-jĂ€hrigen JungmĂ€del sich in Handarbeit und Kochen auskennen und fĂŒr „die WĂ€rme des heimatlichen Herdes“ sorgen mĂŒssten. Auch sollten sie es verstehen, ein Heim behaglich einzurichten.cite-ref-7[7] Im Zentrum der BDM-Erziehung stand nach Klönne „die Synthese von körperlicher und hauswirtschaftlicher ErtĂŒchtigung“ in Verbindung mit der Aufgabe, „den Zucht- und Auslesegedanken“ der gesamten weiblichen Jugend zu Bewusstsein zu bringen. „Der Typ der deutschen Frau tritt ergĂ€nzend neben den Typ des deutschen Mannes, ihre Vereinigung bedeutet die rassische Wiedergeburt unseres Volkes.“cite-ref-8[8] Im Hinblick auf die fĂŒr die Erhaltung der Volksgemeinschaft zu erfĂŒllenden eugenischen Aufgaben erklĂ€rte man die MĂ€dchen zum „Rassegewissen der Nation“. Die „echte deutsche Maid“ habe „HĂŒterin der Reinheit des Blutes und des Volkes zu sein und Helden aus den Söhnen des Volkes zu erziehen“.cite-ref-9[9]

Zudem ließ die „ReichsjugendfĂŒhrung“ (seit 1933) die nationalsozialistische Zeitschrift Das Deutsche MĂ€del. Die Zeitschrift des Bundes Deutscher MĂ€del in der HJ. produzieren. Darin stellte man besonders das Wirken der NS-Jugendorganisationen in den Vordergrund; durch diese Einrichtungen sollten MĂ€dchen geschlechtsspezifisch sozialisiert und an Themen wie Mutterschaft und kulturelles Brauchtum herangefĂŒhrt werden.cite-ref-10[10]

Daneben gab es teils noch andere Maßgaben, die den MĂ€dchen mehr EigenstĂ€ndigkeit zuzusprechen schienen. Der in der ReichsjugendfĂŒhrung einflussreiche Georg Usadel Ă€ußerte: „Jugend ist keine Vorbereitungszeit, sondern ein Teil des Lebens, der sich nach eigenem Gesetz erfĂŒllen will und soll. Das gilt fĂŒr Jungen und MĂ€dchen gleichermaßen.“cite-ref-11[11] Die MĂ€delfĂŒhrung in der ReichsjugendfĂŒhrung distanzierte sich laut Eva Sternheim-Peters wiederholt vom „Kochtopf als Erziehungsziel“ und von den „drei K“ (KĂŒche, Kirche, Kinder). Stattdessen habe der BDM die Notwendigkeit einer soliden Berufsausbildung und einer berufstĂ€tigen Jugendzeit fĂŒr MĂ€dchen propagiert und ausfĂŒhrliches Schulungsmaterial zur Erleichterung der Berufswahl bereitgestellt.cite-ref-12[12]

AktivitÀten und Alltag

Ähnlich wie bei den Jungen lag ein Schwerpunkt des AktivitĂ€tenangebots im BDM bei AusflĂŒgen, Wanderungen und rucksackbeladenen MĂ€rschen in freier Natur, oft gefolgt von Lagerfeuer mit Kochen und gemeinsamem Gesang. Auch Vollmond-Beobachtungen mit anschließender Übernachtung in Heuschobern waren im Sommerhalbjahr gĂ€ngig. MĂ€rchen- und TheaterauffĂŒhrungen, teils mit Puppen und Marionetten, Volkstanz und Flötenmusik sowie verschiedene Sportangebote, hĂ€ufig als Gruppenspiel, zĂ€hlten zum Standardprogramm. Anders als fĂŒr die mĂ€nnlichen Gliederungen der HJ gab es außer dem „GesundheitsmĂ€deldienst“ und dem fĂŒr beide Geschlechter vorgesehenen Landdienst keine BDM-Spezialabteilungen. Der Zugang zu den Sonderformationen der Hitler-Jugend, wie Motor-, Reiter- und Flieger-HJ, war den MĂ€dchen versperrt, weil nur Jungen bzw. MĂ€nner in sie aufgenommen wurden.

WĂ€hrend es bei den Jungen um die Förderung von Kraft, Ausdauer und ZĂ€higkeit ging (siehe auch „Flink wie Windhunde, zĂ€h wie Leder und hart wie Kruppstahl“), sollten die MĂ€dchen durch gymnastische Schulung vor allem Anmut entwickeln. „An die Stelle athletischen Kraftaufwands trat in der Regel die rhythmische Gymnastik mit ihrer Betonung auf Harmonie und dem GefĂŒhl, im eigenen Körper zu ruhen und Teil des Gruppenkörpers zu sein. So praktizierten die MĂ€dchen eine organische ‚Volksgemeinschaft‘, gleichzeitig war der Fluss der gymnastischen Bewegungen auf die weibliche Anatomie und die kĂŒnftige Mutterrolle abgestimmt.“cite-ref-k74-13-0[13] Ausnahmen gab es nur dort, wo die BDM-Mitglieder aufgrund ihrer ĂŒberragenden sportlichen Leistung fĂŒr den Spitzensportnachwuchs benötigt wurden, da Propaganda vorging.cite-ref-14[14] Die Auswirkungen der Rolle der Frau in der Sportlehrerinnenausbildung wurde weiter tradiert.cite-ref-15[15]

Im Winterhalbjahr gehörten Handarbeits- und Bastelabende in den BDM-Heimen zum Regelangebot. In den Erinnerungen einer Zeitzeugin heißt es dazu:

„Die Heimabende, zu denen man sich in einem dunklen und schmutzigen Keller traf, waren von einer fatalen Inhaltslosigkeit. Die Zeit wurde mit dem Einkassieren der BeitrĂ€ge, mit dem FĂŒhren unzĂ€hliger Listen und dem Einpauken von Liedertexten totgeschlagen, ĂŒber deren sprachliche DĂŒrftigkeit ich trotz redlicher MĂŒhe nicht hinwegsehen konnte. Aussprachen ĂŒber politische Texte – etwa aus ‚Mein Kampf‘ – endeten schnell in allgemeinem Verstummen. In besserer Erinnerung sind mir die Wochenendfahrten mit den Wanderungen, dem Sport, den Lagerfeuern und dem Übernachten in Jugendherbergen. Gelegentlich gab es GelĂ€ndespiele mit benachbarten Gruppen. Wenn zwischen ihnen RivalitĂ€ten bestanden, artete das Spiel manchmal in zĂŒnftige PrĂŒgeleien aus. Was fĂŒr einen Anblick die sich um einen Wimpel raufenden MĂ€dchen einem Außenstehenden geboten haben mögen, will ich mir lieber nicht ausmalen.“cite-ref-16[16]

Standardbekleidung im BDM waren dunkelblauer Rock, weiße Bluse und schwarzes Halstuch mit Lederknoten. Die Art der KniestrĂŒmpfe und der Frisur ließen noch individuellen Spielraum. Nicht erlaubt waren hochhackige Schuhe und SeidenstrĂŒmpfe; Schmuck war nur in Gestalt von Fingerring und Armbanduhr zugelassen.cite-ref-k74-13-1[13] Zur Bekleidung Jugendlicher lauteten Hitlers frĂŒhe Vorgaben:

„Gerade bei der Jugend muß auch die Kleidung in den Dienst der Erziehung gestellt werden. Der Junge, der im Sommer mit langen Röhrenhosen herumlĂ€uft, eingehĂŒllt bis an den Hals, verliert schon in seiner Bekleidung ein Antriebsmittel fĂŒr seine körperliche ErtĂŒchtigung. [
] Das MĂ€dchen soll seinen Ritter kennen lernen. WĂŒrde nicht die körperliche Schönheit heute völlig in den Hintergrund gedrĂ€ngt durch unser laffiges Modewesen, wĂ€re die VerfĂŒhrung von Hunderttausenden von MĂ€dchen durch krummbeinige, widerwĂ€rtige Judenbankerte gar nicht möglich. Auch dies ist im Interesse der Nation, daß sich die schönsten Körper finden und so mithelfen, dem Volkstum neue Schönheit zu schenken.“cite-ref-17[17]

Die von HJ und BDM angebotenen Ferienreisen, die ĂŒber ZuschĂŒsse auch Kindern aus sozial schwachen Familien Fahrten ins Winter-Skilager oder ins Sommer-Zeltlager ermöglichten, gehörten zu den gern wahrgenommenen Freizeitangeboten.cite-ref-18[18] Zur Vorbereitung der MĂ€dchen fĂŒr den Dienst an Volk und Familie gab es zudem – zunĂ€chst auf freiwilliger Basis, von 1938 an verpflichtend – ein Dienstjahr als hauswirtschaftliche oder landwirtschaftliche Hilfe (sogenanntes Landfrauenjahr). Die MĂ€dchen wohnten und arbeiteten dabei in den Haushalten bzw. auf den Bauernhöfen. Die Vorbereitungslager fĂŒr den Landdienst von MĂ€dchen und Jungen lagen oft dicht nebeneinander, was zur Folge hatte, dass es vor allem im Jahr 1936 gehĂ€uft zu Geschlechtsverkehr kam. Allein bei 900 der BDM-Mitglieder, die in jenem Jahr vom Reichsparteitag in NĂŒrnberg zurĂŒckkehrten, wurden anschließend Schwangerschaften festgestellt.cite-ref-19[19]

Schlesien, Pommern und Ostpreußen waren die Schwerpunktregionen fĂŒr den Landdienst, der nach 1936 noch weiter ausgebaut wurde. In Schulungs- und Umschulungszentren wurden nicht mehr nur Grundlagen fĂŒr die Binnenkolonisation des lĂ€ndlichen Raums gelegt, sondern es wurde auch eine Basis fĂŒr die Neukolonisierung des nichtdeutschen Ostens hergestellt, den das „Herrenvolk“ als „Lebensraum“ nach den KriegsplĂ€nen des NS-Regimes erobern sollte.cite-ref-20[20]

FĂŒhrung und Schulung

Wie in der HJ galt auch im BDM, dass Jugend durch Jugend gefĂŒhrt werden sollte. Eva Sternheim-Peters, Jahrgang 1925, aufgewachsen als Tochter eines Beamten im katholisch geprĂ€gten Paderborn und frĂŒh beeindruckt von „dem Zauber von Feierstunden und Kundgebungen, Gedichten und FahnensprĂŒchen“, reflektiert auch diesbezĂŒglich selbst Erlebtes:

„Die zwischen 1918 und 1928 Geborenen traf der Glanz jener Jahre auch dann relativ ungeschĂŒtzt, wenn vom Elternhaus Wasser in den Wein jugendlicher Begeisterung geschĂŒttet wurde. Ihre individuelle Entwicklung verlief synchron mit symboltrĂ€chtigem, romantisch-revolutionĂ€rem Aufbruchspathos, das die NS-Propaganda unter geschickter Ausnutzung generationsbedingter Konflikte verbreitete.cite-ref-21[21]“

Die Jugend wurde in der Propaganda unentwegt als jene Kraft beschworen, die die „Vollendung der völkischen Revolution“ und die „nationale Wiedergeburt“ zustande bringen werde. In Liedern wurde der „Sturm der Jugend“ besungen und ein rauschhaftes GefĂŒhl von StĂ€rke und Macht vermittelt. Die „Ewiggestrigen“, die „Zweifelnden“ und „Hadernden“ gehörten damit logisch der Ă€lteren Generation an. Jugend und Jungsein als Wert an sich erzeugten, so Sternheim-Peters, „ein leises VerachtungsgefĂ€lle“ bereits zwischen JungmĂ€delbund und BDM. Auch bei JungmĂ€delfĂŒhrerinnen habe das BDM-Werk Glaube und Schönheit unter „Mehr Glaube als Schönheit“ firmiert und die NS-Frauenschaft unter „NS-Krampfgeschwader“.cite-ref-22[22]

„Dieser leisen Verachtung Ă€lterer weiblicher JahrgĂ€nge lag wohl unbewusst der Wunsch zugrunde, sich dem gewöhnlichen Frauenschicksal möglichst lange zu entziehen, und dazu bot der BDM ausreichend Gelegenheit. In Anlehnung an die Forderungen der Jugendbewegung wurden die dem mĂ€nnlichen Geschlecht seit Jahrhunderten eingerĂ€umten Lehr- und Wanderjahre einer eigenstĂ€ndigen, von der Erwachsenenwelt unabhĂ€ngigen Jugendzeit in der Hitlerjugend ausdrĂŒcklich auch fĂŒr die MĂ€dchen reklamiert.cite-ref-23[23]“

Allerdings bedingte die in der NS-Ideologie fixierte nachgeordnete Stellung des weiblichen Geschlechts, dass BDM-FĂŒhrerinnen in der Regel nicht eine den HJ-FĂŒhrern vergleichbar starke Stellung erlangten. Schon auf ihre weltanschauliche Unterweisung wurde minderer Wert gelegt. So stand die 1939 in Braunschweig eröffnete JugendfĂŒhrungsakademie den MĂ€dchen nur kurzzeitig offen, weil in der Zeit nicht genĂŒgend geeignete Jungen fĂŒr die Kursteilnahme zur VerfĂŒgung standen.cite-ref-24[24]

Innerhalb der Hitlerjugend waren die ZustĂ€ndigkeiten der Geschlechter stark getrennt. So waren die BDM-FĂŒhrerinnen den mĂ€nnlichen HJ-FĂŒhrern ab der Ebene des „Gaues“ jeweils unterstellt. In den unteren Ebenen waren sie ihnen gleichgestellt. An der Spitze von BDM und JM stand bis zum Dezember 1932 die „BundesfĂŒhrerin“ Elisabeth Greiff-Walden. Danach blieb der BDM ein Jahr fĂŒhrungslos, bis Baldur von Schirach im MĂ€rz 1934 Trude Mohr als „Reichsreferentin“ bestellte, die der ReichsjugendfĂŒhrung (RJF) unterstellt war. Diesen Posten bekleidete von 1937 bis 1945 Jutta RĂŒdiger.cite-ref-25[25]

Auf die weibliche FĂŒhrerschaft des BDM wurde teilweise auch in anderen Bereichen, in denen Frauen tĂ€tig waren, zurĂŒckgegriffen, da weibliches Personal mit FĂŒhrungserfahrung selten war.cite-ref-26[26] So war Ilse Staiger, als Reichsbeauftragte im SS-Helferinnenkorps die oberste FĂŒhrerin des SS-Helferinnenkorps, hauptamtliche BDM-FĂŒhrerin und vermutlich selbst formal nie Angehörige der Waffen-SS.cite-ref-27[27]

Die Schulung der jungen Frauen fand an den Heimabenden statt. Zu deren UnterstĂŒtzung gab es die monatlich erscheinende MĂ€delschaft, gemĂ€ĂŸ Titelblatt „BlĂ€tter fĂŒr Heimabendgestaltung im Bund Deutscher MĂ€del“. Den FĂŒhrerinnen standen zur ideologischen und praktischen Orientierung „FĂŒhrerinnenblĂ€tter“ zur VerfĂŒgung, die auf Gauebene herausgegeben wurden. Sie hatten auch an Wochenendschulungen teilzunehmen, die im Winter monatlich stattfanden. Dazu wurde vom Amt fĂŒr weltanschauliche Schulung der RJF Material zur „Wochenendschulung“ herausgegeben, das bis zur RingfĂŒhrerin einschließlich verteilt wurde.

Die Sonderausgabe vom September 1937 umreißt das Ziel dieser Wochenendschulungen wie folgt:

„Es muß erreicht werden, daß 
 die FĂŒhrerin das unbedingt sichere GefĂŒhl der Geborgenheit innerhalb der Gemeinschaft der anderen FĂŒhrerinnen bekommt. Wie wichtig das ist, zeigt sich besonders bei FĂŒhrerinnen, die, dauernden Angriffen ausgesetzt, in kleinsten Standorten arbeiten mĂŒssen. Sie mĂŒssen allmĂ€hlich eine klare und unerschĂŒtterliche weltanschauliche Haltung bekommen, um ihren MĂ€deln etwas sein zu können. Sie sollen weiter durch die Wochenendschulung zur selbstĂ€ndigen Arbeit erzogen werden, um aus sich selbst heraus (aus eigener Arbeit und eigener Haltung), unter Hinzuziehung der Mappen der RJF. einen Heimabend gestalten zu können.“

Weitere Sonderausgaben wurden zu den Sommerlagern herausgegeben. Außerdem kursierten LiederbĂŒcher wie Wir MĂ€del singen. Darin wurden neben „normalem“ Volksliedgut auch viele nationalistische, antisemitische und rassistische Lieder abgedruckt. Im Vorwort der zweiten erweiterten Ausgabe von 1938 wird unmissverstĂ€ndlich betont, dass alle Lieder der nationalsozialistischen Weltanschauung dienen sollen:

„Unser Lied kĂŒndet von unserer Weltanschauung: das politische Lied an der Fahne ebenso wie die fröhliche Weise oder ein Spruch beim Essen – sie formen unseren Tageslauf, sie sind Ausdruck unseres Wesens.“cite-ref-28[28]

Auch die von der „ReichsjugendfĂŒhrung“ produzierte Zeitschrift Das Deutsche MĂ€del war politisches Mittel zur Beeinflussung: Hier fanden sich nicht nur Artikel und Berichte ĂŒber „Volkstum“ und „Mutterschaft“; die NS-Jugendorganisationen wurden ĂŒberdies gezielt attraktiv gezeichnet, um dem NS-Staat auf diese Weise Einfluss auf die Erziehung und Sozialisation der Kinder und Jugendlichen zu verschaffen.

Mitglieder und Organisationsformen

Die Mitgliedschaft in BDM/JM war ab 1936 fĂŒr MĂ€dchen des entsprechenden Alters obligatorisch. Junge Frauen von 17 bis 21 Jahren konnten dem 1938 gegrĂŒndeten Werk „Glaube und Schönheit“ beitreten, das ein altersgemĂ€ĂŸes Programm bot und die Zeit bis zum Eintritt in die NS-Frauenschaft ĂŒberbrĂŒcken sollte.

Anfang des Jahres 1939 betrug die Mitgliederzahl des BDM insgesamt 3.425.990. In den „BlutmĂ€ĂŸigen Anforderungen“ wurde im MĂ€rz 1939 der Ariernachweis zur Voraussetzung fĂŒr die Zugehörigkeit zum BDM/JM gemacht.cite-ref-29[29] FĂŒr JĂŒdinnen und Juden – sie waren von den AnfĂ€ngen der NS-MachtĂŒbernahme an diskriminiert und ausgegrenzt, durch die NĂŒrnberger Gesetze von 1935 staatsbĂŒrgerlich entrechtet und schon vor den Novemberpogromen 1938 zunehmend verfolgt – bedeutete dies den endgĂŒltigen Ausschluss aus BDM bzw. HJ.

Nicht nur die Mitwirkung in NSP und Staat, auch das Berufsleben war von der HJ- beziehungsweise BDM-Zugehörigkeit mitbestimmt. So schrieb 1933 der Landeshandwerksmeister von Hessen an seine Kollegen: „Die Jungen und MĂ€del, die die weltanschauliche Schulung der HJ in sich aufnehmen, haben einzig und allein die Anwartschaft darauf, in die Lehre des Handwerks aufgenommen zu werden. Von Euch erwarte ich, daß Ihr nur solche Lehrlinge und LehrmĂ€dchen aufnehmt, die den Organisationen der Jugend des FĂŒhrers angehören 
“cite-ref-30[30]

Wie die mĂ€nnliche Hitler-Jugend waren auch BDM und JungmĂ€delbund sowohl nach Alter als auch horizontal (nach Regionen) und vertikal (nach VerbandsgrĂ¶ĂŸen) untergliedert:

| Hitlerjugend (HJ) | Hitlerjugend (HJ) | Hitlerjugend (HJ) | Hitlerjugend (HJ) |
|---|---|---|---|
| 
 mÀnnlich | 
 mÀnnlich | 
 weiblich | 
 weiblich |
| Deutsches Jungvolk (DJ) | Hitlerjugend | JungmÀdelbund (JM) | Bund Deutscher MÀdel (BDM) |
| Gebiet | Gebiet | Obergau (ab 1942 Gebiet) [ 31 ] | Obergau (ab 1942 Gebiet) [ 31 ] |
| Bann | Bann | Untergau (ab 1942 Bann) [ 32 ] | Untergau (ab 1942 Bann) [ 32 ] |
| Jungstamm (bis 1938 Stamm) [ 33 ] | Stamm (bis 1938 Unterbann) [ 34 ] | JungmÀdelring | MÀdelring |
| FÀhnlein | Gefolgschaft | JungmÀdelgruppe | MÀdelgruppe |
| Jungzug | Schar | JungmÀdelschar | MÀdelschar |
| Jungenschaft | Kameradschaft | JungmÀdelschaft | MÀdelschaft |

Eine „MĂ€delschaft“ umfasste etwa 10 bis 15 MĂ€dchen, eine „MĂ€delschar“ drei MĂ€delschaften, eine „MĂ€delgruppe“ wiederum drei MĂ€delscharen, ein „MĂ€delring“ vier MĂ€delgruppen (etwa 360 bis 540 MĂ€dchen). Der „Untergau“ kam auf fĂŒnf MĂ€delringe, der „Obergau“ auf etwa 25 Untergaue und der „Gauverband“ etwa auf fĂŒnf Obergaue (insgesamt etwa 225.000 bis 337.500 MĂ€dchen). Die Obergaue waren geographisch mit den „Gebieten“ der mĂ€nnlichen HJ identisch. 1930 existierten 20 Obergaue bzw. Gebiete, bis 1934 wuchs die Zahl auf 26. Ende 1938 – nach den Annexionen Österreichs und des Sudetenlandes – gab es bereits 36, nach dem Überfall auf Polen schließlich 42 Obergaue bzw. Gebiete.cite-ref-35[35] Vom Obergau ab waren fĂŒr BDM und JM gemeinsame Dienststellen eingerichtet.

Kriegszeit und Auflösung

Seit Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurden BDM-Mitglieder als Lazarett-, Luftschutz- und Landhelferinnen und auf vielfĂ€ltige andere Weise außerhalb des Waffendienstes in den Kriegseinsatz einbezogen.

Nach dem Ende der Eroberung Polens erhielten BDM-Mitglieder in dem annektierten westpolnischen Reichsgau Wartheland neue Aufgaben. Innerhalb des Pflichtjahres oder bei freiwilligen EinsĂ€tzen hatten sie den nach der Vertreibung von etwa einer Million Polen dort neu angesiedelten etwa 350.000 „volksdeutschen“ Bauern aus anderen Regionen Polens bei der HaushaltsfĂŒhrung, im Umgang mit der deutschen Sprache sowie bei der Kindererziehung zu helfen: „Zur UnterstĂŒtzung bei der nationalsozialistischen Resozialisation wurden nach und nach 19.000 BDM-Mitglieder und deren junge FĂŒhrerinnen aus dem Reich ins ‚Wartheland‘ geholt und in 160 Sonderlagern konzentriert. Ihr Einsatz dauerte vier bis sechs Wochen und erfolgte in Gruppen von bis zu 15 MĂ€dchen. Jede Gruppe betreute vier oder fĂŒnf Dörfer und arbeitete dabei oftmals mit der SS zusammen, die kurz zuvor die polnischen Einwohner vertrieben hatte.“cite-ref-36[36] Die Begegnung mit den Polendeutschen verlief hĂ€ufig ernĂŒchternd fĂŒr die jungen MĂ€dchen, die mit verbreitetem Analphabetismus, mangelnder Hygiene und AlkoholabhĂ€ngigkeit konfrontiert wurden.cite-ref-37[37]

Weitere Einsatzbereiche der BDM-Angehörigen im Verlauf des Krieges waren Erste-Hilfe-Maßnahmen fĂŒr Verwundete in KrankenhĂ€usern und Lazaretten, die Betreuung ankommender FlĂŒchtlinge auf Bahnhöfen und die UnterstĂŒtzung von im Bombenkrieg obdachlos Gewordenen. Etwa 3000 MĂ€dchen ließen sich vom BDM direkt zum SS-Gefolge abwerben und wurden zum Teil KZ-Aufseherinnen.cite-ref-38[38]

Wenn BDM-MĂ€dchen bei ihren EinsĂ€tzen, rĂ€umlich getrennt von ihren Familien, mit MĂ€nnern, wie z. B. Soldaten der Wehrmacht, zusammen lebten und arbeiteten, ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten zu sexuellen Kontakten. Die kriegsbedingte Lockerung der Sexualmoral brachte den BDM zunehmend in schlechten Ruf: „Der Volksmund interpretierte die AbkĂŒrzung BDM schließlich als ‚Bund Deutscher Matratzen‘ oder ‚Bubi DrĂŒck Mich‘.“cite-ref-39[39]

Als Untergliederung der Hitler-Jugend wurde die Organisation Bund Deutscher MÀdel nach Kriegsende 1945 durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 verboten und aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt.

Siehe auch
Literatur

Quellen

‱ Gisela Miller-Kipp (Hrsg.): „Auch Du gehörst dem FĂŒhrer.“ Die Geschichte des Bundes Deutscher MĂ€del (BDM) in Quellen und Dokumenten. Juventa-Verlag, Weinheim u. a. 2001, ISBN 3-7799-1131-0 (Materialien zur historischen Jugendforschung.)
‱ Dienstvorschrift der Hitlerjugend: Der JungmĂ€deldienst. ReichsjugendfĂŒhrung, Berlin 1940, (archive.org).
‱ Gerhard Honekamp: „Straff, aber nicht stramm – herb, aber nicht derb“ – „Erziehung zur deutschen Frau“ durch den Bund Deutscher MĂ€del. In: Geschichte lernen. 24/1991 (Themenheft Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus), S. 44–47 (Quellensammlung fĂŒr den Unterricht).

SekundÀrliteratur

‱ Michael H. Kater: Hitler-Jugend. Aus dem Englischen von JĂŒrgen Peter Krause. Primus-Verlag, Darmstadt 2005, ISBN 3-89678-252-5.
‱ Martin Klaus: MĂ€dchenerziehung zur Zeit der faschistischen Herrschaft in Deutschland (= Sozialhistorische Untersuchungen zur ReformpĂ€dagogik und Erwachsenenbildung, Band 3 und 4). Dipa, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7638-0803-5 (Teil 1) und Teil 2: Materialband, ISBN 3-7638-0804-3 (Dissertation UniversitĂ€t Frankfurt am Main 1983).
‱ Martin Klaus: MĂ€dchen im Dritten Reich. Der Bund Deutscher MĂ€del (= Neue kleine Bibliothek, Band 55). 3., aktualisierte Auflage. PapyRossa, Köln 1998, ISBN 3-89438-152-3.
‱ Arno Klönne: Jugend im Dritten Reich. Die Hitler-Jugend und ihre Gegner. Dokumente und Analysen. Diederichs, DĂŒsseldorf u. a. 1982, ISBN 3-424-00723-4.
‱ Gisela Miller-Kipp: „Der FĂŒhrer braucht mich“. Der Bund Deutscher MĂ€del (BDM). Lebenserinnerungen und Erinnerungsdiskurs. Juventa Verlag, Weinheim u. a. 2007, ISBN 978-3-7799-1135-7 (Materialien zur Historischen Jugendforschung).
‱ Dagmar Reese (Hrsg.): Die BDM-Generation. Weibliche Jugendliche in Deutschland und Österreich im Nationalsozialismus (= Potsdamer Studien, Band 19). Verlag fĂŒr Berlin-Brandenburg, Berlin 2007, ISBN 978-3-86650-530-8.
‱ Dagmar Reese: MĂ€dchen im Bund Deutscher MĂ€del. In: Elke Kleinau, Claudia Opitz (Hrsg.): Geschichte der MĂ€dchen- und Frauenbildung. Band 2: Vom VormĂ€rz bis zur Gegenwart. Campus, Frankfurt am Main u. a. 1996, ISBN 3-593-35413-6.
‱ Dagmar Reese: Straff, aber nicht stramm – herb, aber nicht derb. Zur Vergesellschaftung von MĂ€dchen durch den Bund Deutscher MĂ€del im sozialkulturellen Vergleich zweier Milieus (= Ergebnisse der Frauenforschung, Band 18). Beltz, Weinheim/Basel 1989, ISBN 3-407-58310-9, (Dissertation FU Berlin 1987).
‱ Dagmar Reese: Warum MĂ€dchen nicht nur gewandert sind. Der „Bund Deutscher MĂ€del“. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Jg. 60, 2009, S. 268–281.
‱ Eva Sternheim-Peters: Habe ich denn allein gejubelt? Eine Jugend im Nationalsozialismus. Europa Verlag, MĂŒnchen 2015, ISBN 978-3-95890-010-3.
‱ Susanne Wiborg: Claras Untergang. In: Die Zeit, Nr. 17/2005.

Hochschularbeiten

‱ Johanna Gehmacher: Jugend ohne Zukunft: Hitler-Jugend und Bund Deutscher MĂ€del in Österreich vor 1938. Picus, Wien 1994, ISBN 3-85452-253-3 (Dissertation Uni Wien 1993, unter dem Titel: Nationalsozialistische Jugendorganisationen in Österreich).
‱ Birgit JĂŒrgens: Zur Geschichte des BDM (Bund Deutscher MĂ€del) von 1923 bis 1939 (= EuropĂ€ische Hochschulschriften, Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Band 593). 2., unverĂ€nderte Auflage. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1996, ISBN 3-631-30602-4 (Erstausgabe 1994, ISBN 3-631-46822-9) (Dissertation UniversitĂ€t Rostock 1993).
‱ Gabriele Kinz: Der Bund Deutscher MĂ€del. Ein Beitrag zur außerschulischen MĂ€dchenerziehung im Nationalsozialismus (= EuropĂ€ische Hochschulschriften. Reihe 11: PĂ€dagogik, Band 421), Lang, Frankfurt am Main u. a. 1990, ISBN 3-631-42549-X (Dissertation UniversitĂ€t Bielefeld 1989).
‱ Martin Klaus: MĂ€dchenerziehung zur Zeit der faschistischen Herrschaft in Deutschland (= Sozialhistorische Untersuchungen zur ReformpĂ€dagogik und Erwachsenenbildung, Band 3 und 4). Dipa, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7638-0803-5 (Teil 1) und Teil 2: Materialband, ISBN 3-7638-0804-3 (Dissertation Uni Frankfurt am Main 1983).
‱ Lisa Kock: „Man war bestĂ€tigt und man konnte was!“ Der Bund Deutscher MĂ€del im Spiegel der Erinnerungen ehemaliger MĂ€delfĂŒhrerinnen (= Internationale Hochschulschriften). Waxmann, MĂŒnster/New York, NY 1994, ISBN 3-89325-281-9 (Dissertation UniversitĂ€t MĂŒnster (Westfalen) 1994).
‱ Alexandra Offermanns: „Die wussten was uns gefĂ€llt“: Ă€sthetische Manipulation und VerfĂŒhrung im Nationalsozialismus, illustriert am BDM-Werk „Glaube und Schönheit“ (= Texte zur Theorie und Geschichte der Bildung, Band 22). Lit, MĂŒnster 2004, ISBN 978-3-8258-7832-0 (Dissertation. UniversitĂ€t Wuppertal 2003).

Weblinks

Commons

: Bund Deutscher MĂ€del

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Bund Deutscher MĂ€del im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Jugend in Deutschland 1918 bis 1945: Entwicklung des BDM. NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
‱ Bernd Kleinhans: Bund deutscher MĂ€del (BDM). Shoa.de
‱ Informationen zum BDM im „Lebendigen Museum Online“ des DHM
‱ Deutsche MĂ€dchenschaft Nordschleswig – nationalsozialistische Organisation

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ ReichsjugendfĂŒhrung der NSDAP (Hrsg.): Mein Dienst. Merkbuch der Hitler-Jugend 1938–1939, Kapitel „Organisation der HJ“, S. 36.
cite-note-22. ↑ § 1 Abs. 2 Nr. 4 der Zweiten DurchfĂŒhrungsverordnung zum Gesetz ĂŒber die Hitler-Jugend (Jugenddienstverordnung) vom 25. MĂ€rz 1939 (RGBl. I S. 710)
cite-note-33. ↑ § 1 Abs. 2 Nr. 3 der Jugenddienstverordnung
cite-note-44. ↑ Klaus 1998, S. 86.
cite-note-55. ↑ Zitiert nach Werner Klose: Generation im Gleichschritt. Die Hitlerjugend. Ein Dokumentarbericht. MĂŒnchen u. a. 1982, S. 177–178. Bereits in Hitlers Mein Kampf stand zu lesen: „Auch die Ehe kann nicht Selbstzweck sein, sondern muß dem einen grĂ¶ĂŸeren Ziele, der Vermehrung und Erhaltung der Art und Rasse dienen. [
] Daher schon ist die frĂŒhe Heirat richtig, gibt sie doch der jungen Ehe noch jene Kraft, aus der allein ein gesunder und widerstandsfĂ€higer Nachwuchs zu kommen vermag.“ (85.–94. Auflage, MĂŒnchen 1934, S. 275–276).
cite-note-66. ↑ Zitiert nach Arno Klönne: Jugend im Dritten Reich. Lizenzausgabe. MĂŒnchen 1995, S. 83.
cite-note-77. ↑ Zitiert nach Kater, S. 75.
cite-note-88. ↑ Zitiert nach Klönne: Jugend im Dritten Reich. Lizenzausgabe. MĂŒnchen 1995, S. 84.
cite-note-99. ↑ Zitiert nach Kater 2005, S. 91.
cite-note-1010. ↑ Laura Bensow: „Frauen und MĂ€dchen, die Juden sind Euer Verderben!“ Eine Untersuchung antisemitischer NS-Propaganda unter Anwendung der Analysekategorie Geschlecht. Marta Press, Hamburg 2016, S. 209 ff.
cite-note-1111. ↑ Zitiert nach Sternheim-Peters 2015, S. 259.
cite-note-1212. ↑ Sternheim-Peters 2015, S. 260.
cite-note-k74-1313. ↑ Kater 2005, S. 74.
cite-note-1414. ↑ Michaela Czech: Frauen und Sport im nationalsozialistischen Deutschland eine Untersuchung zur weiblichen SportrealitĂ€t in einem patriarchalen Herrschaftssystem. Berlin: Verlagsgesellschaft Tischler, 1994. ISBN 3-922654-37-1.
cite-note-1515. ↑ Arnd KrĂŒger: "Es gab im Grunde keine Sportstunde, die, von Gesten abgesehen, anders verlaufen wĂ€re als vor- und nachher". RealitĂ€t und Rezeption des nationalsozialistischen Sports. In: Mechthild von Schoenebeck (Hrsg.): Vom Umgang des Faches MusikpĂ€dagogik mit seiner Geschichte. Essen: Verl. Die Blaue Eule (2001), S. 19–41.
cite-note-1616. ↑ Melita Maschmann: Fazit. Kein Rechtfertigungsversuch, Stuttgart 1963; zitiert nach Harald Focke, Uwe Reimer: Alltag unterm Hakenkreuz, Reinbek 1979, S. 43.
cite-note-1717. ↑ Adolf Hitler: Mein Kampf, 85.–94. Auflage, MĂŒnchen 1934, S. 454.
cite-note-1818. ↑ Klönne: Jugend im Dritten Reich. Lizenzausgabe. MĂŒnchen 1995, S. 128.
cite-note-1919. ↑ Kater 2005, S. 95, der auch einen Fall berichtet, wonach ein eben Mutter gewordenes BDM-MĂ€dchen 13 Personen als mögliche VĂ€ter benannte. „Um wenigstens den schlimmsten Ausschweifungen Einhalt zu gebieten, wurde daraufhin dem BDM 1937 das Kampieren im Freien untersagt.“ (ebenda)
cite-note-2020. ↑ Kater 2005, S. 75–76.
cite-note-2121. ↑ Sternheim-Peters 2015, S. 252.
cite-note-2222. ↑ Sternheim-Peters 2015, S. 254–259.
cite-note-2323. ↑ Sternheim-Peters 2015, S. 259.
cite-note-2424. ↑ Kater, S. 92. Allerdings hat das Regime bereits von Kindesbeinen an intensiv propagandistisch auf die Bevölkerung eingewirkt, wie das folgende Tischgebet aus dem Fundus der NS-Volkswohlfahrt zeigt: „FĂŒhrer, mein FĂŒhrer, von Gott mir gegeben, / beschĂŒtz’ und erhalte noch lange mein Leben! / Hast Deutschland gerettet aus tiefster Not, / Dir danke ich heute mein tĂ€glich Brot. / Bleib’ lang noch bei mir, verlaß mich nicht, / FĂŒhrer, mein FĂŒhrer, mein Glaube, mein Licht! / Heil, mein FĂŒhrer!“ (Zitiert nach J. NeuhĂ€usler: Kreuz und Hakenkreuz. Der Kampf des Nationalsozialismus gegen die Katholische Kirche und der kirchliche Widerstand. MĂŒnchen 1946, S. 251.)
cite-note-2525. ↑ Dagmar Reese (Hrsg.): Die BDM-Generation: Weibliche Jugendliche in Deutschland und Österreich im Nationalsozialismus. Berlin 2007, S. 114 ff.
cite-note-2626. ↑ Jutta MĂŒhlenberg: Das SS-Helferinnenkorps. Ausbildung, Einsatz und Entnazifizierung der weiblichen Angehörigen der Waffen-SS 1942–1949. Hamburg 2011, S. 155.
cite-note-2727. ↑ Jutta MĂŒhlenberg: Das SS-Helferinnenkorps. Ausbildung, Einsatz und Entnazifizierung der weiblichen Angehörigen der Waffen-SS 1942–1949. Hamburg 2011, S. 408.
cite-note-2828. ↑ Wir MĂ€del singen – Liederbuch des Bundes Deutscher MĂ€del. Zweite erweiterte Ausgabe, 371.–390. Tausend. ReichsjugendfĂŒhrung (Hrsg.), Georg Kallmeyer Verlag, WolfenbĂŒttel/Berlin, 1938.
cite-note-2929. ↑ ghi-dc.org/ (PDF; 75 kB)
cite-note-3030. ↑ Zitiert nach Harald Focke, Uwe Reimer: Alltag unterm Hakenkreuz. Reinbek 1979, S. 29.
cite-note-311. [Michael Buddrus: Totale Erziehung fĂŒr den totalen Krieg. Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik (= Texte und Materialien zur Zeitgeschichte. Bd. 13). 1. Teil. K. G. Saur, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-598-11615-2, S. 14.]
cite-note-322. [Michael Buddrus: Totale Erziehung fĂŒr den totalen Krieg. Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik (= Texte und Materialien zur Zeitgeschichte. Bd. 13). 1. Teil. K. G. Saur, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-598-11615-2, S. 14.]
cite-note-333. Museen Köln: Die Hitlerjugend (Abschnitt Geographische Gliederung), abgerufen am 6. August 2020.
cite-note-344. Museen Köln: Die Hitlerjugend (Abschnitt Geographische Gliederung), abgerufen am 6. August 2020.
cite-note-3535. ↑ Museen Köln: Die Hitlerjugend (Abschnitt Geographische Gliederung), abgerufen am 6. August 2020.
cite-note-3636. ↑ Kater 2005, S. 79.
cite-note-3737. ↑ Kater 2005, S. 80.
cite-note-3838. ↑ Kater 2005, S. 82.
cite-note-3939. ↑ Kater 2005, S. 97.